Bus

Bus ist eines der ersten Spiele aus der Splotter Spellen Schmiede. Immerhin schon seit 1999 unterwegs, und zugegeben sehr schwer zu bekommen. Aber wer bis zum Ende durchhält, dem hab ich nen guten Tipp.

In Bus bauen wir Strecken um Passagiere, je nach Uhrzeit, in die Kneipe, zur Arbeit oder wieder nach Hause zu transportieren. Mehr Busse bedeutet natürlich mehr Transporte und wer am Ende die meisten Personen transportiert hat, gewinnt. So einfach kann es sein. Leider nicht ganz. Die Stadt wächst erstmal und die Spieler müssen die Gebäude und Strecken platzieren. Dann muss auch an den beiden Bahnhöfen für neue Passagiere gesorgt werden. Und ist das nicht genug, geschieht das alles im direkten Wettbewerb. Spieler entscheiden, wo Passagiere in die Stadt kommen, wo welche Gebäude entstehen und wo die Strecken langführen. Und ob die Zeit stehen bleibt oder nicht. Aber Vorsicht, wer zu oft mit dem Zeit-/Raum-Kontinuum spielt, riskiert die Welt… KABOOOM.

Jeder Spieler hat für das gesamte Spiel genau 20 Aktionen, die er nach zwei Pflichtaktionen jede Runde ausgeben kann, wie er möchte. Sind alle eigenen Aktionen aufgebraucht, bleibt nur der Platz auf der Ersatzbank, bis das Spiel zu Ende ist. Alle Aktionen müssen aber vor einer Spielrunde geplant werden. Und hier liegt das hundsgemeine Element des Spieles. Denn nicht jede Aktion wird auch in Platzierungsreihenfolge abgearbeitet. Manchmal setzt man zuerst, ist aber zuletzt dran, wenn noch Aktionsmöglichkeiten verfügbar sind. Leicht verschwendet man hier wertvolle Aktionspunkte, wenn die Mitspieler aufpassen.
Bus

Meinung zu Bus:

Dieses Spiel hat es mir echt angetan. Fast drei Jahre habe ich es in Gebrauchtspielbörsen gejagt, und musste mich oft geschlagen geben. Preise bis zu 200€ wurden da ausgegeben. Die Faszination lag in der Tatsache, dass es eigentlich recht unspektakulär aussieht, mehr wie ein Kinderspiel. Ist es aber nicht. Gar nicht.

Wer genau hinsieht, wird viele klassische Brettspielreferenzen auf dem Spielbrett sehen… unfassbar schön, wie ich finde. Die Grafik ist zudem gleich die Stärke des Spieles, wie wir in unserem ersten Spiel feststellten. Es wirkt wenig abschreckend, das Regelwerk ist sehr schmal und lädt zum Mitspielen ein. Wie die Entscheiden die man getroffen hat, das Spiel beeinflussen, wird nach wenigen Runden sehr klar, wenn man merkt: man hat es am Anfang völlig verkackt (übrigens typisch Splotter). Beim nächsten Mal einfach besser planen. So habe ich völlig vergessen, die Bahnhöfe anzusteuern, und meine lieben Mitspielen haben dafür gesorgt, dass in meinem Zug, kein Passagier mehr da war, der transportiert werden will. Mörp. Reihenfolge matters 😉

Bus ist extrem interaktiv, und zu keiner Zeit sollte man die Absichten seiner Mitspieler außer Acht lassen. Sie werden dir in den Rücken fallen und dir deinen Plan durchkreuzen. Und doch habe ich extrem viel Spaß an dem Spiel gehabt, obwohl ich nicht wirklich gut abgeschnitten habe. Beim nächsten Mal läuft das besser.
Und vielleicht nimmt man den Strafpunkt hin, und hält einfach mal die Zeit an. Dann ist jede Planung für die Katz, wenn man gut geblufft hat 🙂

Bus

Spielen wir nochmal?

Dieses Spiel wird meine Sammlung nie wieder verlassen. Es ist toll. Sprachneutral und super großer Spaß am Spieltisch. Mein Spiel, mit dem ich unwissende Mitspieler zu komplexen Spielen heranerziehen werde 🙂

Wie versprochen: Wer mag, kann sich das Spiel selbst basteln. Auf BGG gibt es Files, die auch offiziell freigegeben wurden, um das Bus mit einem METRO Thema selbst zu drucken. Viele Holzteile braucht man nicht. Also auf an den Papierschneider.

Credits:

Titel: Bus
Autoren: Jeroen Doumen, Joris Wiersinga
Illustrationen: Herman Haverkort, Tamara Jannink, Joris Wiersinga
Verlag: Splotter Spellen
Spieler: 3-5 (Wir zu dritt)
Spielzeit: 120 Minuten