1830: Schienenleger & Spekulanten

Tschuu Tschuu… ab einem gewissen Alter, beginnt bei Männern ein Gen aktiv zu werden. Ein Gen, was die Biederkeit der Modelleisenbahnen verschwinden lässt, und plötzlich Eisenbahnspiele völlig selbstverständlich auf den Tisch kommen. 1830: Schienenleger & Spekulanten, einer der berühmtesten Spiele der 18XX-Reihe, bietet ein hervorragenden Einstieg in das Genre. Hier werden Unternehmen gegründet, mit deren Aktien gehandelt, Strecken gebaut und mit Bahnhöfen und Zügen bestückt. Jeder Spieler kann eine oder mehrere, oder vielleicht sogar gar keine Eisenbahngesellschaft als Präsident leiten und darüber entscheiden, wie das Geld verdient wird, und was mit den Gewinnen geschehen soll. Dabei wird es nach kurzer Zeit (hehe 1-2 Stunden) zu einem Gerangel und Kampf um die besten Aktien und Streckenverläufe kommen. Am Ende gewinnt eben der Spieler, der die vollsten Taschen hat.

Meinung zu 1830: Schienenleger & Spekulanten:

Ich habe das Spiel blind bei Ebay gekauft. Ständig hörte ich in meiner Timeline von 18XX Spielen und wie grooooßartig sie sein sollen. Wenn man einmal ein 18XX gespielt hat, wolle man nix anderes mehr spielen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels ist es einen knappen Monat her, dass wir uns Sonntags um 9 Uhr Morgens zusammengefunden haben, um es anzugehen. Und meine Güte hatte ich Respekt vor diesem Spiel. So sehr, dass ich mir nicht mal die Anleitung durchgelesen habe. Dank Heiko, war das aber auch nicht nötig, er ist ein sehr kompetenter Erklärbär.

Gleich vorweg: wir haben das Spiel nicht beendet, und sind nur bis ca 2/3 des Spieles gekommen, als wir nach 6 Stunden Lernspieles abgebrochen haben. Wir hatten alle noch eine lange Heimfahrt vor uns, aber für einen soliden Eindruck reichte es aus.

Ich hörte Stories über PC-Programme, die man unterstützend einsetzen kann, oder Excel-Listen, dazu dieses dicke RegelBUCH. Aber alles war unbegründet. Es gibt sicher einen gewaltigen Verwaltungs-Overhead, und das flimmsige Papiergeld wechselt öfter den Besitzer, als einem lieb ist. Aber das Spiel an sich, die Mechanikern sind simpel und verständlich. Was man allerdings aus seinen Möglichkeiten macht, da haben wir allerhöchstens an der Oberfläche gekratzt. Noch heute beschäftigen mich Idee, was man taktisch noch hätte tun können. Und das ist IMMER ein gutes Zeichen, wenn das passiert.

Für die nächste Partie, wird definitiv mit Pokerchips gespielt, und auch besser auf den Aktienmarkt geachtet. Hier habe ich viele Möglichkeiten liegen gelassen. Ich bin heiß auf die nächste Partie und hoffe nicht ewig warten zu müssen 🙂 6-8 Stunden sind kein Pappenstiel, aber jede Minute wert.

Spielen wir nochmal?

Hölle jaaaa. Apropos Hölle, dieses Spiel hat ein Tor in eine Welt aufgestoßen, aus der ich vermutlich nicht mehr herauskomme. Ich sehe sehr kostspielige Jahre vor mir. Das nächste 18XX ist schon auf dem Weg zu mir: 18CZ. Es soll einen guten 2-Spieler Modus haben.

Credits:

Titel: 1830: Schienenleger & Spekulanten
Autor: Francis Tresham
Illustrationen: Mark Zug
Verlag: Lookout Spiele
Spieler: 2-7 (Wir zu viert)
Spielzeit: 180-360 Minuten